Rückblicke auf Veranstaltungen
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- Geschrieben von: Peter Zimmer
„Man soll die Feste feiern wie sie fallen“ - so sagt man häufig, aber 140? In unserer schnelllebigen Zeit ist es legitim, wenn man sich schon nach Ablauf von 10 Jahren erinnert an all die großen und kleinen Dinge, die damit verbunden sind. So auch in diesem Falle, hat sich doch der Verein mit vielen Aktionen zusammen mit Kantorin Laura Schildmann um die Wiederherstellung des Originalzustands der Orgel von 1886 bemüht und das mit Erfolg. So wurden gleich zwei „Feste gefeiert“!
Ende August wurde eingeladen unter dem Titel „Ton und Wort“.
Im Wortteil hießt es: „Was wünschen wir unserer Orgel zum 140. Geburtstag, wie soll man sie denn beglückwünschen? Beglückwünschen kann man sie nicht. Aber wir können uns sehr glücklich schätzen, dass wir sie haben – unsere große Strobelorgel; hier unter dem Dach der Unterkirche; seit 140 Jahren. Denn ihr Klang, in all den möglichen Facetten und Farben der Musik, begleitet seitdem Menschen – und zwar in allen möglichen Facetten und Farben ihres Lebens. Wie kraftvoll und wie zart, wie gewaltig und wie verspielt der Orgelklang doch immer wieder die Seele berühren kann! Es ist einfach tief beeindruckend! Und es ist schwer in Worte zu bringen, weil die Musik doch ihre ganz eigene Sprache spricht.“
Im Tonteil verwirklichte Kantorin Laura Schildmann die im Wortteil ausgesprochenen Gedanken – von Pianopianissimo bis fortefortissimo, von der kleinsten, etwa 10 cm langen bis zur größten Basspfeife kamen die vielfältigen Registermöglichkeiten zum Einsatz: Franz Wagner (1870-1929, gehört noch zu den Romantikern), Joseph Ahrens (1904-1997, Vertreter der Zwölftontechnik, eine revolutionäre Kompositionstechnik der klassischen Musik des 20. Jahrhunderts) und Johannes Matthias Michel (geb. 1962, Vertreter der Gegenwart mit seinen Kompositionen: Peace(dialogue) und Intrade in Jazz)


Nach dem Ton- und Wortteil (also Geist und Seele) erfolgte - wie es bei einem Fest üblicher Brauch ist - die Einladung zum lukullischen Geburtstagsmahl in den Gemeindesaal. Zuerst wurde die berühmte Orgelsuppe serviert, eine Kreation unseres ehemaligen Superintendenten Bàlint. Er war vor seiner Zeit in kirchlichen Ämtern Koch. Familie Wallrodt hat alles hineingekocht, was unsere Orgel so hergibt (bis zur Wiederherstellung war der Prospekt viel bunter und hatte den Spitznamen „Gemüseorgel“).
Zum Abschluss wurde die „Geburtstagstorte“ angeschnitten und man saß noch eine ganze Weile zusammen; es wurde so manche Anekdote erzählt im Zusammenhang mit den vielen Aktionen zur Wiederherstellung der Orgel wie sie heute ist.
Damit endete der erste Teil der Geburtstagsrunde mit der Vorfreude auf den zweiten Teil.
Anfang September luden die Orgelfreunde der Großen Strobelorgel anlässlich der „140 Jahre Strobelorgel“ zu einem Konzert mit besonderer Überraschung ein. Der Orgelverein regte ein Auftragswerk für die Strobelorgel an. Dank der vielfältigen Beziehungen der Kantorin Laura Schildmann war schnell eine geeignete Komponistin gefunden. Es sollte kein abendfüllendes Werk werden, aber die vielfältigen Möglichkeiten der Strobelorgel zur Geltung bringen. Kantorin Schildmann, die ihr Studium in Berlin absolviert hatte, nahm Kontakt auf zu einer ehemaligen Kommilitonin in der gleichen Hochschule, allerdings im Fach Komposition. Stepha Schweiger, die heute als Avantgarde-Komponistin, Produzentin, Pianistin und Songwriterin international arbeitet, sagte zu. Sie hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch nie ein Stück für eine Orgel geschrieben. Dank der heutigen Medienmöglichkeiten gingen zahlreiche Informationen bzgl. der Strobelorgel zwischen Kantorin und Komponistin hin und her und so konnte dann das Konzert mit der Uraufführung „Geboren in die Strömung“ erfolgen.
15.00 Uhr erfolgte eine Werkeinführung mit zahlreichen Gästen an der Orgel, bei der Frau Schweiger ihre Intensionen erläuterte und Laura Schildmann einige Takte anspielte. 16.00 Uhr traf man sich zu einer Kaffeerunde im Gemeindesaal und Pfarrerin Greifenstein befragte die Komponistin zu verschiedenen Themen. So stieg langsam die Spannung und 17.00 Uhr begann das Konzert. Kantorin Laura Schildmann umrahmte die Uraufführung mit Werken von J.S. Bach und einer Improvisation von „Jesu, geh voran auf der Lebensbahn!“
Und dazwischen: „Geboren in die Strömung?“. Stepha Schweiger äußerte sich dazu so: Im Mutterleib will ein Kind endlich auf die noch unbekannte Welt kommen, nicht wissend, was es erwartet. So beginnt die Komposition mit kräftigen Basstönen - wie eine Detonation. Im weiteren Verlauf erklingen dann unterschiedliche Motive - so wie unser menschliches Leben im Lauf der Jahre mit Höhen und Tiefen verläuft. Der spontane Applaus nach der Uraufführung machte deutlich, dass die Zuhörenden das Werk als gelungen empfanden. In Gesprächen äußerten viele die Hoffnung, es noch öfter hören zu können.
Am Ende dieser zweiten Geburtstagsrunde „140 Jahre Strobelorgel“ gab es noch zahlreiche Gespräche mit der Komponistin Stepha Schweiger und der Organistin Laura Schildmann.
Dank gebührt den Freunden der Großen Strobelorgel e.V. für ihr Engagement zu diesem Ereignis und für ihre weitere Tätigkeit.
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- Geschrieben von: Elke Pauligk
In guter Tradition fand auch zum Bauernmarkt 2026 ein Orgelkonzert statt. In der für einen Vormittag gut besuchten, herbstlich geschmückten Kirche bot Laura Schildmann ein buntes Programm. Die Besucher konnten dabei die Klangvielfalt der Großen Strobelorgel erleben. Im Konzert erklangen von Dietrich Buxtehude Präludium, Fuge und Ciacona in C-Dur sowie Canzonetta in G-Dur. Im Anschluss hörten wir die Partita über „Jesus, meine Freude“ von Johann Gottfried Walther. „3 Lieder ohne Worte“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy erklang in einer Bearbeitung für Orgel von Alexander Wilhelm Gottschalg. Zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Orgelwerks war Gottschalg als Orgelrevisor tätig und hat in dieser Funktion auch die Große Strobelorgel inspiziert. Er stellte dabei unserer Orgel im Jahr 1886 ein excellentes Zeugnis aus. Zum Abschluss des Konzerts begeisterte Laura Schildmann mit „Pièce d' orgue“ von Johann Sebastian Bach die Zuhörer. Viele Gäste nutzten die Möglichkeit, nach dem Konzert bei einer kleinen Orgelführung dabei zu sein und die in der Kirche ausgestellten Fotos vom Inneren der Orgel zu betrachten.
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- Geschrieben von: Peter Zimmer
In kleinen Orten – wie es viele im Kyffhäuserkreis gibt – ist eine Kulturvielfalt nicht einfach zu organisieren. Da ist es schon bemerkenswert, dass sich in Oldisleben seit 42 Jahren Musiker und Chöre für ein gemeinsames Konzert zusammenfinden zur Freude der Musikinteressierten. In den meisten Fällen umfasst das Programm klassische Kompositionen der verschiedensten Epochen.
Seit 15 Jahren arbeiten die Oldislebener und Frankenhäuser Kantoreien in verschiedenster Weise zusammen und gestalten u. a. seitdem auch die Oldislebener Sommermusiken. Das Programm umfasßt zur Hälfte reine Orchesterwerke, der 2. Teil sind dann Chor-Orchesterstücke.
Von Antonio Vivaldi (1678-1741) erklang das Concerto grosso d-moll: ein langsamer Mittelsatz wird von zwei schnellen Allegro-Sätzen umrahmt. Sein bekanntestes Werk sind die „Vier Jahreszeiten“.
Von G.Fr. Händel ( ) hörten die Besucher das „Concerto grosso F-Dur: ein Werk für Streicher in der barocken Tradition. Es zeichnet sich durch den Wechsel zwischen einem kleinen Solistenensemble und dem gesamten Orchester aus und besteht aus 4 Sätzen – eine Mischung aus Tanzsätzen und freien Formen.
Geleitet wurden die Instrumentalisten in bewährter, unaufgeregter Form durch Hermann Schmalfuß. Er ist von Anfang an der „spiritus rector“ (lat.: „leitender/lenkender Geist“) und mit fast 86 Jahren die Seele des Blankenhainer Musizierkreises.
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- Geschrieben von: Peter Zimmer
„Müntzer tanzt“ - darf man das veranstalten?
Wenn das Wort „Müntzer“ fällt, denkt man meist an das Hinschlachten der Bauern am 15. Mai 1525 und an die grausame Folterung und Hinrichtung seiner Person.
Kann man unter diesem Gedanken eine Veranstaltung im DENKjahr 2025 überhaupt anbieten.
Allen Skeptikern sei gesagt: Müntzer hat geheiratet und da ging es fröhlich zu und es wurde sicher auch getanzt.
So war es also legitim, dass sich Maria und Silas Hofmüller (Konzertbesucher kennen sie von Veranstaltungen in der Altstädter Kirche) mit den Torgauer Tänzern zusammentaten und in der Unterkirche Bad Frankenhausen einen unterhaltsamen und amüsanten Abend präsentierten.
Die Torgauer Tänzer als Verein kamen mit 10 Tanzpaaren, 5 in höfischer Kleidung, 5 in bäuerlicher Tracht. Der Tanzmeister Steffen Rolle als Thomas Müntzer übernahm die Moderation. Eingebettet wurde der Abend in eine fiktive Geschichte: „Herzlich willkommen zu 'Müntzer tanzt' hier am historischen Ort. Fühlen wir uns in die Zeit um 500 Jahre zurück versetzt. Es ist Mai, die Bauern und Bürger der Stadt Frankenhausen sind zusammen gekommen, um mit den verbündeten Aufständischen das Maifest zu feiern. Der Maibaum steht, die Bauern sind guter Dinge ihre Ziele zu erreichen. Nichts steht einem ausgelassenen Maifest entgegen. Historisch nicht ganz korrekt (da Anfang und nicht Mitte Mai) bin auch ich, Thomas Müntzer, aus Mühlhausen angereist, um mit meinen hoffnungsvollen Worten die Aufständler von der Richtigkeit unseres Handels zu überzeugen.
Wir erzählen eine Geschichte. Aus diesem Grund sind die Tänze in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet. Sei es der Name des Tanzes, der Inhalt oder bestimmte Begriffe, die im Tanz vorkommen – zusammengefügt ergibt sich dieses vorgenannte Maifest von der Vorbereitung bis zum festlichen Abschluß.“
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- Geschrieben von: Peter Zimmer
Eigentlich wollte Kantorin Schildmann (Bad Frankenhausen) in diesem Jahr wegen der vielen Müntzer-Veranstaltungen, die zum Teil auch in Kooperation mit der Stadt konzipiert wurden, nur im Dezember ein Gospelprojekt anbietet. Doch mehrere, schon versierte Sänger der vergangenen Unternehmungen, setzten ihr so überzeugend zu, dass sie nicht Nein sagen konnte.
Seit Ende April probten Woche für Woche 10 Männer und 68 Frauen an den einzelnen stücken, um dann Anfang Juni das Ergebnis zu präsentieren – moderiert von der Kantorin selbst.
Als Motto wurde gewählt: „Music isn’t meant to hide“ (Musik muss sich nicht verstecken).
Als Eingangsstück erklang als Kanon „Glorify Jesus – Jesus ist my salvation“ (Ich verherrliche Jesus, er ist meine Rettung).
In der folgenden Begrüßung erzeugte die Kantorin eine gewisse Spannung auf das ganze Programm.
Im Gospel „Ride up in the Chariot“ von Donald Moore wird die Bereitschaft für die Reise zu Jesus im Himmel artikuliert.
Das folgende deutsche Lied von Micha Keding forderte zum Loslassen auf, zum Neuanfang mit dem fröhlichen Text: “Die Sonne geht auf, die Sonne geht unter. Das Morgenlicht leuchtet weiter in uns. Bis ans Ende aller Tage, bis ans Ende dieser Welt.“
- Erfolgreicher Abschluss der Frankenhäuser Sommermusiken
- Freundschaftskonzert an der Großen Strobel-Orgel
- Kantorin Schildmann rief - und viele kamen
- Konzert für zwei Trompeten und Orgel vom Feinsten
- Konzertjahr 2022 mit Björn Casapietra erfolgreich gestartet
- Benefizkonzert gegen den Krieg in der Ukraine
- Sopran und Orgel in höchster Qualität vereint
- Orgelsachverständige der EKM, Bereich Thüringen, nehmen Orgel "unter die Lupe"
- Strobel-Orgel erhält Besuch von der Urenkelin des Orgelbauers
- Besuch aus den Niederlanden an unserer Strobel-Orgel








